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VON INTEGRATION ZUR INKLUSION

10. Aug.
2 Min. Lesezeit

Was verändert sich, wenn alle dazugehören sollen?

Teil 3 unserer Sommerserie „Vielfalt wirkt“.


Die Begriffe “Integration” und “Inklusion” führen oft zu Verwirrung. Wir klären den Unterschied auf.


Integration und Inklusion werden häufig gleich verwendet. Die Begriffe beschreiben jedoch unterschiedliche Perspektiven.

Integration richtet den Blick meist darauf, inwiefern sich ein Menschen in eine bestehende Gesellschaft, Organisation, ein System oder Gemeinschaft eingliedert.

Inklusion fragt zusätzlich, wie offen diese Gesellschaft, Organisation, das System oder die Gemeinschaft für diese Eingliederung gestaltet ist.


Das wird im Alltag schnell konkret.

Welche Informationen sind für wen zugänglich? Welche Sprache wird verwendet? Wer kann an Veranstaltungen teilnehmen? Welches Wissen und welche Erfahrungen werden als selbstverständlich vorausgesetzt?

Menschen mit Migrationsbiografie bringen unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Perspektiven mit. Gleichzeitig können sie auf Strukturen treffen, die nicht für diese Vielfalt gestaltet wurden.

Eine Gemeinde kann beispielsweise ein Angebot für alle Bewohner:innen schaffen. Ob Menschen dieses Angebot tatsächlich nutzen können, hängt auch davon ab, ob sie davon erfahren, sich angesprochen fühlen und Zugang finden.

Eine Organisation kann divers sein, indem sie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen beschäftigt. Inklusion zeigt sich allerdings erst darin, ob unterschiedliche Perspektiven auch wirklich einen Platz bekommen und Entwicklungsmöglichkeiten offenstehen.


Eingliedern oder einschließen?

Der Grundgedanke der Integration ist, dass es ein paar Menschen gibt, die anders sind und auch mitmachen können. Allerdings müssen sie sich anpassen und oft eigene Wege zur Eingliederung finden. Die Art der Beteiligung ist oft nicht so, wie man sie bräuchte, um seine Kompetenzen entfalten zu können.

Der Grundgedanke der Inklusion ist, dass alle Menschen verschieden sind. Jede und jeder hat eigene Bedürfnisse. Jede und jeder soll eingeschlossen werden und das System bemüht sich, dass Teilhabe für alle gleich gut möglich ist.


Aufholbedarf im deutschsprachigen Migrations-Bereich

Im englischsprachigen Raum, im Diversity-Equity-Inclusion Bereich sowie im Bereich Behinderung wird der Fokus bereits verstärkt darauf gelegt, Systeme und Organisationen inklusiv zu gestalten, bevor man erwartet, dass Menschen sich eingliedern können. Vor allem, wenn es um Menschen mit Migrationserfahrung geht, ist im deutschsprachigen Raum jedoch die Ansicht nach wie vor stark verbreitet, dass Gleichstellung eine “Bringschuld von Menschen mit Migrationsbiografie” sei. Wer Eingliederung effizient gestalten möchte, muss auch einen Schwerpunkt auf Organisationsentwicklung setzen - nämlich darauf, Systeme und Gemeinschaften möglichst zugänglich zu gestalten, und das auf allen Ebenen.


Inklusion bedeutet, Zugehörigkeit nicht nur zu ermöglichen, sondern Strukturen auf ihre Zugänglichkeit zu prüfen.

Das ist ein fortlaufender Prozess.


In der nächsten Folge geht es um Begegnung und die Frage, warum gemeinsamer Kontakt für Teilhabe und Zusammenleben eine wichtige Rolle spielt.

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